28
Nov
2017

Tag 4 Hukatere bis Ahipara (31 Kilometer)

Geschafft. Der Ninety-Mile-Beach ist vorüber. Und daneben ist auch die erste 100-Kilometermarke des Trails gefallen. Ich befinde mich hier jetzt am Südende des Ninety-Mile-Beach in Ahipara bei Trailkilometer 101. Für die Nacht habe ich mir hier in dem kleinen Surferhotspot einen Zeltplatz auf dem Ahipara Holiday Park besorgt, einem komfortablem Campingplatz. Ehrlich gesagt, bin ich gerade völlig geplättet…

Der Tag heute war ein ziemliches Auf und Ab. Am Morgen bin ich irgendwie gar nicht so richtig in Tritt gekommen. Damit war die erste Pause schon nach knapp anderthalb Stunden und 7,5 Kilometern fällig. Danach lief es hingegen total gut. Bis zur zweiten Pause habe ich innerhalb von zwei Stunden gleich weitere 13 Kilometer abgerissen. Ich war mir sicher, dass es bis Ahipara so weitergehen würde.

Nach der zweiten Pause kam jedoch das böse Erwachen. Meine Oberschenkelmuskeln hatten sich innerhalb kürzester Zeit total verhärtet und es dauerte ganze zwei Kilometer und über eine halbe Stunde bis ich wieder halbwegs vernünftig laufen konnte. Und selbst dann ging es nur mühselig voran. Statt dem schnellen Tempo von über 6 Kilometern pro Stunde von vor der Pause, war ich nun humpelnd und einige Male fluchend mit knapp unter 4 Kilometern die Stunde unterwegs. Nach einigen weiteren Pausen und mehrmaligem Zähnezusammenbeißen bin ich dann aber doch in Ahipara angekommen. Besonders schlimm war heute wohl auch einfach, dass man das Ziel den ganzen Tag über vor Augen hatte und es sich nur so elendig langsam näherte. Soviel zu der Motivation, die ich gestern noch beim Anblick der Berge empfand 🙂

Nun bin ich aber total glücklich in Ahipara angekommen zu sein. Damit bekomme ich ab morgen endlich was anderes wie den Never-Ending-Ninety-Mile-Beach zu sehen 😉 Auch wenn der Track durch den Herekino Forest und die weiteren der Northland Forests sicher hart werden wird. Drückt die Daumen, dass wir – Axel und Anna haben es heute auch nach Ahipara geschafft – den Trail laufen können. Während das Wetter heute am Strand ziemlich wechselhaft war, hat es im Inland und insbesondere den Bergen ziemlich viel geregnet. Ob die Strecke nun wirklich gesperrt ist, werden wir dann wohl erst morgen erfahren.

Die Zeit in Ahipara habe ich heute übrigens noch genutzt, um meine Essenvorräte aufzufüllen. Der kleine Shop hier war zwar teuer, aber er hatte alles, was das Hikerherz begehrt: so gibt es die nächsten Tage Erdnussbutter- und Thunfischwraps (nicht zusammen versteht sich, wahrscheinlich zumindest nicht), Müsliriegel, verschiedene Suppen, Nudeln und Reis in mehreren Variationen, Nüsse und getrocknetes Obst sowie natürlich Kaffee. Heute Abend habe ich mir neben einer richtig wohltuenden warmen Dusche übrigens in Ahipara einen Burger mit Pommes und ein Gingerbeer gegönnt 🙂

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