8
Dez
2017

Tag 14 Waikare Valley bis Helena Ridge Track (25 Kilometer)

Heute war mal wieder einer dieser Wet-Feet-Days. Denn es ging kurz nach Beginn des Tages mit dem Papakauri River erneut mehrere Kilometer durchs Dschungelflussbett… Mit den anschließenden Roadwalkingkilometern auf erneut brennend-heißem Asphalt war danach auch noch die beste Zeit für einen Sonnenstich. Viel hat heute nicht mehr gefehlt…

Der Tag begann ganz relaxt. Spätes Aufstehen um 6:45 Uhr. Gemütlich Frühstücken mit… ihr werdet es euch denken können… einem weiteren Erdnussbutterwraps mit draufgestreuter Nuss-Frucht-Mischung. Dazu gab es noch einen Cappucino. Abmarschbereit mit gepackten Sachen war ich anschließend um 8 Uhr, Anna und Axel ebenso.

Der Trail führte zunächst auf Schotter weiter ins Waikare Valley hinein. Aus dem anfangs breiten 4WD-Schotterweg, an dem wie oftmals im neuseeländischen Hinterland ausrangierte Autos ihr rostiges Dasein fristeten, wurde innerhalb kürzester Zeit ein breiter Wanderpfad, dann ein schmaler Trampelpfad und dann ein nahezu undurchdringliches Dickicht, zu dem man sich statt Trekkingstöcken wieder eine Machete wünschte. Dschungel… we are back!

An sich verlief der Trail dann mit mühevollen An- und Abstiegen im Hang neben dem Papakauri River, dem Fluss immer stromaufwärts folgend. Wir entschieden uns jedoch dazu, direkt durch den Fluss zu waten. Das hatte beim Mangapukahukahu River ja bereits gut geklappt. Hier war es ähnlich angenehm zu laufen, wenngleich man im Fluss wie im Hang natürlich langsam vorankam. Stellenweise ging das Wasser bis knapp unter die Hüfte und diesmal ging es auch nicht mit dem Strom, sondern gegen den Strom.

Nach etwa 2,5 Stunden hatten wir die vier Kilometer im Flussbett und damit die ersten 6 Kilometer des Tages geschafft. Bei einem Shelter des DOC, einer Art Unterstand bzw. Nothütte des neuseeländsischen Department of Conversation – das ist die hiesige Naturschutzbehörde hier – machten wir eine frühzeitige Mittagspause ehe es für weitere vier Kilometer auf einem gut begehbaren Wanderpfad weiter östlich durch den Russel Forest weiterging.

Anschließend folgten ganze 14 Kilometer Roadwalking, erneut in der Mittagshitze und damit erneut auf brennend-heißem Asphalt. Das kann einen echt schaffen, sag ich euch. Ich verstehe gut, warum manche Hiker die kompletten Straßenabschnitte hitch-hicken, also trampen. Ich habe bislang allerdings auch weiterhin vor, die Straßenabschnitte des Te Araroa zu laufen. Mal schauen, ob das bis zum Ende so bleibt.

Die Straße, der ich folgte, führte weitestgehend durch eine eher ärmliche, ländliche Gegend. Die ohnehin in den ländlichen Bereichen des Northland einfach, meist aber auch hübsch anzusehenden Häuser erschienen mir hier noch einfacher und zumeist auch kleiner und renovierungsbedürftiger als andernorts gesehen. Dennoch passte das Gesamtbild zusammen.

Das anstrengende Roadwalking endete erst gegen 16 Uhr an der Helena Bay. Von dort ging es auf den Helena Ridge Track, der bereits zu Beginn fantastische Aussichten in die Umgebung offenbarte. Mein Zelt schlug ich gemeinsam mit Anna und Axel wild in schöner Lage auf.

Insgesamt schien mir der Tag heute härter gewesen zu sein als der gestrige, auch wenn die gelaufenen Kilometer insgesamt weniger sind. Ich schätze ein wenig hat mich heute aber auch die brennende Sonne und das viele Roadwalking zermürbt.

Übrigens: für alle die sich gefragt haben, wie es sich dauerhaft ohne Kopfkissen schläft: besch… aber mit meinem mit Ersatzklamotten gefülltem DryBag, um den ich mein T-Shirt als Kopfkissenbezug spanne, funktioniert es einigermaßen. Nen aufblasbares Kissen und zusätzliches Gewicht konnte ich mir so sparen.

Und zuletzt vor den weiteren Fotos noch ein Gruß an meine alten Arbeitskollegen im Landkreis Wolfenbüttel. Wie ich erfahren habe, hängt in der Teeküche mittlerweile eine Neuseelandkarte, an der mein derzeitiger Standort angepinnt wird. Superidee! Freut mich, dass ihr meine Reise so mitverfolgt!



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