10
Feb
2018
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Tag 78 Abel Tasman Nationalpark bis Nelson (Off-Trail)

Letzter Tag meines spontanen Sidetrips in den Abel Tasman Nationalpark. Ehe ich die neun verbleibenden Kilometer des Coastal Walk abgelaufen bin, habe ich zunächst noch ausgiebig den Platz am Observation Beach genossen. Anschließend hab ich die Zeit bis zur Rückfahrt am frühen Abend in zwei Café’s totgeschlagen. Nun befinde ich mich wieder in Nelson und alle Vorbereitungen für den Wiedereinstieg in den Te Araroa Trail am morgigen Tag sind getroffen…

Schon merkwürdig. Da kann man bis in die Puppen schlafen und man wird trotzdem gegen 7 Uhr wach. Zunächst horchte ich auf mein Zelt. Kein Regen, der daraufprasselte und auch der Blick nach draußen sah noch nicht gerade nach dem angekündigten Starkregen aus. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen im Nationalpark war es zwar bewölkt, das war es dann aber auch schon. Dennoch packte ich meine Sachen einschließlich meines Zelts zeitig noch vor dem Frühstück zusammen.

Als ich mein Beerenmüsli mit Aussicht vom Strand frühstückte, kam ein Parkranger mit dem Boot an den Observation Beach. Kurzer Check: ja, Dylan und ich hatten für die Campsite bezahlt. Bevor er sich dann wieder auf den Weg machte, berichtete er noch, dass der Starkregen vermutlich erst morgen kommen würde. Heute würde es im Laufe des Tages zwar immer wieder regnen, aber es würde nicht schütten.

Nachdem der Ranger wieder aufgebrochen war, spielte ich noch eine ganze Weile mit Dylan Football am Strand. Das war zwar ziemlich improvisiert, da unser Football aus einem übergroßen Tannenzapfen bestand, aber das Teil hatte dennoch gute Flugeigenschaften. Über gut die Hälfte des Strandes bekamen wir das immerhin geworfen.

Erst um 11 Uhr sind wir dann auf die letzten neun Kilometer des Coast Track aufgebrochen. Es war weiterhin nur bewölkt, von Regen keine Spur. Der setzte dann erst unterwegs nach etwa der Hälfte der abermals aussichtsreichen Strecke ein.

Wir brauchten nicht ganz zwei Stunden für die verbleibenden neun Kilometer. Der Track ließ sich abermals gut laufen.

Als der Regen einsetzte war ich doch sehr froh, den Abel Tasman Nationalpark in dem wahnsinnig guten Wetter der vergangenen Tage erlebt zu haben. Das sonnige Wetter hatte gut zu den schönen Stränden gepasst und es uns ermöglicht, diese und das fantastisch blaue Meer in der vielen Zeit, die wir hier mal zur Abwechslung nicht ausschließlich mit Wandern verbrachten, auch genießen zu können.

Am Ende des Nationalparks kehrten wir in Marahau direkt ins erste Café ein. Was auf dem Speiseplan stand muss ich vermutlich nicht mehr ausführlich berichten. Ich hatte schon wieder einen Burger 😉 daneben gab es einen Eiskaffee und einen Blaubeermuffin.

Bis zur Rückfahrt nach Nelson verblieben uns ganze vier Stunden in Marahau. Der Bus sollte uns immerhin erst um 17 Uhr abholen. Die erste Stunde hatte ich ja nun mit Essen totgeschlagen, was mittlerweile hier in Neuseeland nach meiner Erkältung, die dann möglicherweise doch keine war, wieder zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen hier in Neuseeland avanciert. Anschließend kümmerte ich mich mal wieder um meinen Blog ehe ich mit Dylan ins zweite Café des Ortes, in dem sich auch Karima und Foxy aufhielten, aufbrach und noch einen richtig guten Beerencider trank.

Warum ich schreibe, dass meine Erkältung möglicherweise doch keine war? In der Facebookgruppe des Te Araroa der Saison 2017/2018 haben sich haufenweise Hiker gemeldet und vor vermutlich verunreinigtem Wasser in einigen der Hütten auf dem Trail gewarnt. Ihre Symptome: leichtes Fieber, völlige Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Magenprobleme. Kam mir irgendwie sehr bekannt vor. Die Dauer des Ganzen: zwischen drei und fünf Tagen. Und auch das kam mir sehr bekannt vor. Tja, offensichtlich geht hier auf dem Trail ein Virus um. Eine der betroffenen Sektionen: die Marlborough Sounds und der Black Rock Shelter, in dem ich eine Nacht verbracht und auch das Wasser dort getrunken und damit gekocht hatte. Eine weitere betroffene Sektion kommt nach Boyle auf dem Weg zum Arthur’s Pass. Diesen Part des Trails werde ich in vielleicht zwei bis drei Wochen durchwandern. Ich hoffe gegen den Virus oder was auch immer es war bin ich dann abgehärtet. Dennoch werde ich sehr darauf acht geben, jegliches Wasser, auch mein Kochwasser, zu filtern oder anderweitig zu behandeln.

Der Bus, der uns in anderthalb Stunden zurück nach Nelson brachte, kam pünktlich um 17 Uhr. Zuvor hatte ich noch für Dylan und mich den weiteren Bus für morgen zurück auf den Trail nach Havelock und eine am Pelorus River gelegene, vorauszubuchende Campsite des DOC für den Abend gebucht. Foxy und Karima würden ab morgen etwa einen Tag voraus sein. Während Foxy den etwa 20 Kilometer langen Abschnitt bis zum Pelorus Bridge Campground bereits gelaufen war, plante Karima diesen Part zu skippen. Dylan und ich würden versuchen in den kommenden Tagen auf dem Pelorus River Track noch vor den Richmond Ranged wieder auf die beiden aufzuschließen.

Zurück in Nelson checkte ich mit Dylan wieder in die Jugendherberge ein. Danach kümmerte ich mich um meinen Resupply für die neun bis zwölf Tage dauernde Sektion von Havelock bis St. Arnaud, wo eine meiner Resupplyboxen auf mich wartet. Das wird ein schwerer Rucksack und nun nach dem Einkauf bin ich alles andere als sicher, dass ich das alles morgen in meinem Backpack überhaupt unterbekomme. Naja irgendwie wird es schon gehen. Die nächsten Tage werde ich futtern ohne Ende. Die schweren Sachen aus meinem Vorrat werden zuerst daran glauben müssen, denn mit dem für morgen erwarteten Gewicht meines Rucksacks will ich definitiv nicht in das harte Terrain der Richmond Ranges einsteigen 😉

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