6
Feb
2018
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Tag 74 Nelson (Zeroday)

Mein zweiter Zeroday bzw. Tag zum Auskurieren in Nelson und es war Waitangi Day, ein Nationalfeiertag in Neuseeland, den ich bis zum Nachmittag im Freilichtmuseum von Nelson bei einem internationalen Festival verbrachte. Zu hundert Prozent fit bin ich jetzt am Abend immer noch nicht, aber ich fühle mich deutlich besser als zuletzt. Und der morgen beginnende Sidetrip in den Abel Tasman Nationalpark verspricht weitestgehend entspannt zu werden: hiken entlang der Küste, zelten am Strand, schwimmen im türkisblauen Meer, …

Die letzte Nacht hatte ich wieder deutlich weniger Schlaf. Ich konnte erst um halb eins wirklich einschlafen, da ich mir irgendwie zu allem noch den Magen ordentlich verstimmt hatte. Entsprechend litt ich heute auch weiterhin unter ziemlicher Appetitlosigkeit und wann immer ich heute an die Inhalte meiner Resupplyboxen für die Südinsel dachte wurde mir regelrecht etwas übel. Bislang hatte ich mein Trailfood, das überwiegend aus Wraps, Nüssen, Erdnussbutter, Müsliriegeln, Instantnudeln und Thunfisch bestand eigentlich gar nicht über, aber gerade graut es mir etwas bei dem Gedanken an dieses Essen. Heute Morgen nahm ich auch nur ein paar weitere trockene Scheiben Brotes zu mir ehe ich anschließend mit Dylan das Wassertaxi und den Bus für den Abel Tasman Nationalpark buchte und wir uns dann mit Karima und Foxy trafen.

Nach einem kurzen Cafébesuch, bei dem ich mir einen Tropical Smoothie als weiteres Frühstück gönnte, ging ich mit Karima zum International Festival in Nelson’s Founder’s Heritage Park: einem sehr schönen, gepflegten Freilichtmuseum, in welchem unzählige Gebäude aus der Zeit um 1850 bis 1950 aufgebaut waren. Foxy und Dylan wollten derweil eine Biketour in das Umland von Nelson unternehmen und ein paar Weingüter besichtigen.

Nachdem Karima und ich uns beim Eintritt ins Freilichtmuseum einen Stempel auf den Handrücken abgeholt hatten, der mich übrigens doch sehr an die Zeit erinnerte, als ich noch häufiger in Discotheken unterwegs war, gab es hier unter anderem einen alten Einkaufsladen, eine Druckerei, eine Kirche, eine Windmühle, ein altes Hotel, eine alte Feuerwache und Radiostation zu besichtigen.

Das International Festival, welches vor allem eine Art Food Festival war und auf dem auf zwei Bühnen verschiedene Gruppen (u.a. Maori-Gruppen, einige Bands und Sänger, Bauchtänzerinnen) auftraten, war gut besucht. Beim Waitangia Day wird in Neuseeland schließlich auch der Friedensschluss zwischen Maori und Briten gefeiert und es handelt sich dementsprechend um einen der bedeutendsten Feiertage Neuseelands.

Trotz teils verlockender Auswahl an den Essensständen hier wollte ich meinem Magen nicht zuviel zumuten und aß lediglich ein Stück Apfelkuchen. Von verschiedenen Experimenten aus der asiatischen Küche oder merkwürdig anmutenden Kombinationen wie halben Wassermelonen mit ganzen Bergen Schlagsahne darauf nahm ich mit Rücksicht auf meinen Magen großen Abstand. Wobei ich ganz sicher, auch wenn es mir besser gegangen wäre, niemals auf die Idee gekommen wäre, eine halbe Wassermelone mit einem Berg voller Sahne darauf zu vertilgen. Das erscheint mir doch ne richtig grausige Kombination.

Bis zum späten Nachmittag genoss ich mit Karima die entspannte Atmosphäre und Musik beim Festival. Daran anschließend erledigten wir unseren Resupply im Countdown-Supermarkt für den Abel Tasman Walk. Fürs Frühstück kaufte ich mir diesmal statt Wraps Müsli und Äpfel ein. Zum Abendessen nahm ich zwar erneut Thunfisch mit, aber statt den Instantnudeln zog ich einige Packungen Uncle Bens Reis vor. Der Gedanke an den Reis verursacht zumindest bislang keine Übelkeit bei mir. Für zwischendurch besorgte ich mir zwei Tüten Gummibären. Dieses Mal die richtig guten sauren Gummibären von Haribo. Hab ich schon mal erwähnt, dass das die besten sind? So sehen sie aus! Müsst ihr unbedingt probieren 🙂

Nein, ich werde (noch) nicht von Haribo gesponsort 😉

Davon ab hab ich noch vom Queen Charlotte Track einiges an Essen über, um über die vier Tage im Nationalpark zu kommen.

Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachte ich mit dem Update meines Blogs. Zudem informierte ich mich ausgiebig in Sachen River Crossings. Erst vor wenigen Tagen sind bei der Querung eines kleinen Flusslaufes auf einem Track, der nicht wirklich als Wildnistrack bezeichnet werden kann, zwei Personen von einer plötzlichen Flut überrascht worden und in den Fluten umgekommen. Letztlich sind die River Crossings bzw. das teils unüberlegte, unvernünftige Handeln bei Flussquerungen die Haupttodesursache in Neuseelands Wildnis und so nutzte ich die Zeit, um mich vernünftig darauf vorzubereiten für die Entscheidung, wann ich einen Fluss noch furten kann, und falls ich ihn furte, mit welchen Techniken ich das solo bzw. mit anderen Leuten möglichst sicher angehen könnte. Zwar hatte ich schon einige Flussquerungen bei meinen Hikes in Norwegen mitgemacht, aber die Flussquerungen in Neuseeland würden je nach Wetterlage mehr als diese Erfahrung benötigen.

Soweit von mir heute. Morgen geht es auf den Abel Tasman und ich freue mich schon sehr darauf.

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