5
Feb
2018
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Tag 73 Nelson (Zeroday)

12 Stunden Schlaf… offensichtlich war ich ziemlich hinüber, aber nach dem langen Schlaf habe ich mich heute schon etwas besser gefühlt. Zwar war ich noch nicht wirklich gut zu Fuß unterwegs, aber für einen Gang durchs schöne Nelson mit Einkehr in einer Sportsbar für den 52. Super Bowl hat es gereicht. Nach dem langen Schlaf konnte ich ja auch nicht wirklich noch länger im Bett liegenbleiben…

Am Vorabend bin ich tatsächlich gegen 9 Uhr ins Bett gesunken und am heutigen Morgen auch erst um 9 Uhr wach geworden. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so lang geschlafen hatte. Aber es tat mir gut. Beim Einschlafen hatte ich noch total gefroren. Heute morgen schien dies vorbei. Zudem hatte ich komplett durchgeschlafen. Und ehrlich gesagt, wann ich dies das letzte Mal getan hatte, daran kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Ich fühlte mich zwar immer noch etwas matschig am Morgen, aber bei weitem nicht mehr so schlimm wie gestern den Tag über und die erfrischende Dusche am Morgen belebte mich auch wieder etwas. Mein Appetit war allerdings noch nicht wieder zurückgekehrt und so frühstückte ich nur trocken einige Scheiben frischen Brotes, welches die Jugendherberge in der Küche zur Verfügung gestellt hatte, und trank ein paar Gläser Leitungswasser.

Gegen 11 Uhr brach ich dann mit Dylan in die Stadt auf. Die Jugendherberge von Nelson liegt recht zentral neben der Haupteinkaufsstraße und so hatten wir es nicht weit bis zu einer wirklich coolen Sportsbar, die auf Großleinwand den 52. Super Bowl übertrug: die Underdogs der Philadelphia Eagles gegen die favorisierten New England Patriots mit Starquarterback Tom Brady.

Das Spiel war klasse. Wahnsinnig offensiv für ein Endspiel im American Football. Hochspannung bis zum Schluss. Wahnsinnig gute Unterhaltung. Nachdem Patriots-Superstar Brady, bedrängt durch die Defense der Eagles, zwei Minuten vor Schluss ein fataler Ballverlust unterlief und die Eagles kurze Zeit später mit einem weiteren Fieldgoal ihren Vorsprung auf 41:33 ausbauen konnten, schien das Spiel gelaufen. Aber die Patriots kämpften noch bis zum Schluss. Der entscheidende Wurf in letzter Sekunde zum Touchdown und eventuellen Ausgleich durch anschließende 2-Point-Conversion konnte jedoch nicht gefangen werden und damit waren die Philadelphia Eagles erstmals in ihrer Vereinsgeschichte Super Bowl-Gewinner.

Während des Spiels kamen noch Karima und Foxy zu uns dazu. Foxy hatte einen Tag Pause in Nelson eingelegt und wollte am Nachmittag zurück auf den Te Araroa. Karima war wie ich zum Auskurieren nach Nelson gekommen nachdem sie sich in den vergangenen Tagen auch nicht wirklich gut gefühlt hatte. Letztlich entschieden sich beide dann noch dazu, länger in Nelson zu bleiben und in zwei Tagen mit Dylan und mir den Abel Tasman Nationalpark aufzusuchen. Total cool. Damit wären wir zu viert. Zwar könnten die beiden bis auf eine Nacht nicht auf denselben Campsites bleiben wie Dylan und ich, da diese mittlerweile ausgebucht waren, aber wir würden sicher dennoch einen großen Teil des Walks zusammen laufen.

Nach dem Spiel lief ich noch ein wenig durch die Innenstadt von Nelson ehe Karima und Foxy mich wieder aufgabelten und wir in eine Pizzeria gingen, in der zufällig gerade eine Freundin von Karima arbeitete. Ansich hatte ich noch immer keinen Appetit und wollte mir allenfalls eine Pizza teilen, aber als ich die Pizzen dann sah, entschloss ich mich doch dazu, mir eine mittlere Pizza für mich alleine zu bestellen. Böser Fehler. Die Pizza war zwar echt gut, aber mein Magen rebellierte später ziemlich, um mit dem vielen Fett klarzukommen.

Am Abend hatte mich der Tag wieder etwas ermattet. Hundertprozentig fit war ich ja noch lange nicht und so entschloss ich mich dazu, mich nach einem weiteren kurzen Gang durch Nelson’s Innenstadt früh am Abend bereits hinzulegen. Zwar hatte ich heute nicht gehikt, aber dennoch war ich den Tag über ja auf Beinen statt ihn im Bett zu verbringen. Bevor Bedenken laut werden: meiner Eigenverantwortung zur Gesundwerdung wurde ich damit irgendwie besser gerecht als bei einem Tag im Bett, denn meinen persönlichen Wohlfühl- oder Erholungsfaktor bei einem kompletten Tag im Bett in der Jugendherberge schätze ich mal als sehr gering ein 😉

Am Abend telefonierte ich noch etwas länger nach Hause. Zudem hörte ich ein Hörspiel. Für die kommenden Tage hatte ich mir den Tag über einige Hörspiele und Hörbücher heruntergeladen und das erste davon, eine Gruselgeschichte über den als Selbstmordwald bekannten Aokigahara Forest in Japan, bildete meine heutige Abendunterhaltung.

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