31
Dez
2017

Tag 37 Waitomo (Zeroday)

Sylvester in Waitomo, einem ziemlich kleinen Dörfchen in Neuseelands County Waikato, welches zu Bekanntheit durch die Waitomo Glowworm Caves gelangt ist und sonst vermutlich keiner wirklichen Erwähnung wert wäre. Aber ich habe den Jahreswechsel und einen weiteren Pausentag hier richtig genießen können. Als Hiker ist man in Waitomo ohnehin am richtigen Platz, da es sich im örtlichen General Store und Café einfach wahnsinnig gut aushalten lässt. Daneben hätte ich nicht gedacht, Sylvester dann ganz überraschend doch noch mit einigen meiner Trailfreunden verbringen zu können…

Den Pausentag an Sylvester ließ ich wie die anderen Pausentage zuvor ziemlich entspannt angehen. Ich pellte mich erst spät aus dem Schlafsack an Axels und meiner „Cold River Campsite“ nur knappe hundert Meter von dem offiziellen Campingplatz entfernt und frühstückte dann zur Abwechslung mal keine Wraps. Axel hatte am Vortag im General Store das letzte Weißbrot ergattert und eine ziemlich süße Pflaumenmarmelade. Auch wenn die nicht als wirklich gut bezeichnet werden kann, war es dennoch mal eine tolle Abwechslung zu dem Erdnussbutter-Frucht-Nussgemisch, mit dem ich bislang beinahe allmorgendlich meine Wraps einschmierte. Lecker!

Anschließend schnappten wir unsere Wertsachen und machten uns auf zum General Store und Café. Dort gab es alles, was das Hikerherz für einen gelungenen Pausentag begehrt: Sofas, leckeres Essen, freies Wasser, Strom für unsere elektronischen Geräte und zumindest den halben Tag lang über auch freies WLAN. Ich nutzte den Vormittag über, um mit meiner Familie und Freunden zu telefonieren und meinen Blog hier auf Stand zu bringen. Die vergangenen Tage hatte ich nicht über eine Internetverbindung verfügt und konnte meinen geschriebenen Artikel, wie ihr vermutlich gemerkt habt, daher nicht direkt am selben Tag noch hochladen.

Anschließend gab es ein zweites Frühstück. Nach dem wirklich richtig guten Lammburger am Vortag probierte ich mich an einem Cheesy Chicken Burger. Woah, wahnsinnig gut. Und die Pommes erst. Perfekt. in den meisten Ländern gibt es ja meist nur so labberige Pommes, aber hier in Neuseeland verstehen sie sich wirklich darauf, die kross zu frittieren.

Später kümmerte ich mich bei einem Cider dann um das Thema Trailentertainment. Nach den letzten Roadwalkingkilometern und dem River Walk vor Hamilton hatte ich auf meinen Smartphone weder ungehörte Hörspiele noch ungehörte Hörbücher. Daher lud ich mir aus dem Netz einige Hörbücher und Hörspiele für die kommenden Tage herunter, darunter hauptsächlich Horror- und Gruselgeschichten. Perfekt für die Tage, wenn ich nachts alleine im Wald zelte 😉 Da freue ich mich jetzt schon drauf! Ihr dürft’s auf den schwarzen Teil meiner Seele schieben 😉

Nachdem Axel und ich unsere Hintern gute sechs Stunden in dem Café platt gesessen haben, machten wir uns wieder auf zu unserer Campsite. Nochmal ausspannen – für mich bedeutete das meinen letzten Wrap zu vertilgen – und dann gegen 18 Uhr in die Tomo Bar zur Sylvesterfeier. Ich checkte nochmal meine Nachrichten und war total überrascht. Mckenzie und Elizabeth hatten mir geschrieben, dass sie gerade in Waitomo angekommen sind. Wie cool war das denn?! Mit den beiden hatte ich ja schon Weihnachten verbracht und nun auch noch den Sylvesterabend. Oben an der Tomo Bar traf ich dann nicht nur auf die beiden Amerikanerinnen sondern auch noch auf Dan, den ich in Hamilton kennengelernt hatte, und auf Karima, eine weitere deutsche Hikerin. Klasse, wir würden heut Abend sicher viel Spaß haben, dachte ich. Und den hatten wir. Wir verbrachten den Abend anfangs in der Tomobar mit gutem Essen – ich hatte Wedges mit Bacon und Käse überbacken -, wahnsinnig guter Musik und ein paar Bier, etwas Wein und Cider.

Um halb neun brachen wir dann auf, um dieses Sylvester zu einem ganz besonderem zu machen: Mckenzie und Elizabeth hatten von einem Einheimischen den Tipp bekommen, dass man einige Kilometer entfernt auf einem Walkway in einige Höhlen und den subtropischen Busch einsteigen könne, wo sich hunderte von Glühwürmern befinden würden. Also Stirnlampen und Fotoapparat eingepackt und los ging es mit Einbruch der Dämmerung. Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir den Walkway, der durch einen tief eingeschnittenen Canyon führte, in dessen Mitte ein Fluss rauschend zu Tal hinabstieß. Es war bereits und Dunkel und im Busch und an den Felswänden glommen zig Glühwürmer und auch in den kleinen und einer größeren Höhle, in die der Walkway hineinführten befanden sich unzählige Glühwürmer. Wenn es auch bei Weitem nicht so viele waren, wie ich bei der unterirdischen Bootsfahrt durch die Waitomo Glowworm Cave am Tag zuvor gesehen hatte, war dies dennoch ein tolles Erlebnis: mit den Stirnlampen durch die Höhlensysteme, den Canyon und den dichten Busch zu gehen und ringsum das Leuchten der Glühwürmer zu sehen.

Wir blieben knappe zwei Stunden ehe wir uns gegen 22:30 Uhr auf den Rückweg machten. An einer Wegkreuzung verabschiedete ich mich von Dan, Elizabeth und Mckenzie, die sich für die Nacht auf einer Hütte einquartiert hatten. Karima und Axel waren schon zuvor wieder aufgebrochen.

Gegen 23:30 Uhr war ich in Waitomo zurück. Für Axel und mich holte ich in der Tomo Bar noch ein Bier und ging dann zu unserer Campsite, wo wir wenig später auf das neue Jahr 2018 anstießen. Nach dem turbulenten 2017 bin ich gespannt, was es für mich bereithalten würde. In den ersten Monaten des neuen Jahres wird sich für mich vermutlich nicht viel ändern. Ich werde wie im alten Jahr durch Neuseeland hiken, tagtäglich mein Zelt auf- und wieder abbauen und neben einigen Abenteuern ganz sicher eine Vielzahl an körperlichen wie auch mentalen Auf und Ab’s dabei erleben. Und so ich im neuen Jahr, ich hoffe direkt am Neujahrstag in Te Kuiti Ersatz für meine geschrotete Powerbank und somit meine Stromversorgung auf dem Trail finde, werde ich euch an alledem auch weiterhin hier über meinen Blog teilhaben lassen.

Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen ein frohes neues und vor allem ein glückliches Jahr 2018!

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