2
Apr
2018

Tag 129 Te Anau / Princhester Road bis Lower Princhester Hut (6 Kilometer)

Ostermontag und ein ganz entspannter Tag für mich. Kein voller Restday in Te Anau wie ursprünglich geplant, aber es fühlte sich heute dennoch so an. Immerhin ging es nach einem guten Frühstück und einem geruhsamen Vormittag erst am Nachmittag nach dem Hitchhike von Te Anau zurück auf den Trail. Und das auch nur für sechs Kilometer auf einer Schotterstraße bis zum Beginn des Takitimu Track…

Irgendwie haben sie es in Te Anau verpasst, dass gerade Ostern ist. Gestern Abend leuchtete im ganzen Ort zwar jede Menge Dekoration, aber keine osterliche. Es war tatsächlich noch die Weihnachtsbeleuchung. Ein riesengroßer mit Lichterketten behängter Tannenbaum, ein silberner Stern auf dessen Spitze, Eiszapfenlichterketten an jedem zweiten Geschäft, weihnachtliche Sternbeleuchtung an den Straßenlaternen… irgendwie fühlte das sich etwas merkwürdig an, auch wenn es kalt wurde und zumindest das Wetter mich daher eher an Weihnachten statt an frühlingshaftes Osterwetter erinnerte.

Für heute hatten Anna und ich einen fast kompletten Restday geplant. Wir wollten den Tag recht gemütlich angehen. Resupplyen, den Blog weiter updaten bzw. in Anna’s Fall Trailtagebuch schreiben, gut frühstücken usw. Am Nachmittag wollten wir dann erst aus Te Anau heraus, zurück auf den Trail und zur ersten Hütte auf dem nun folgenden Takitimu Track hiken.

Während Anna ihren Resupply direkt am Morgen erledigte, kümmerte ich mich derweil im gemütlichen Aufenthaltsraum der Backpackerslodge nach dem Aufstehen weiter um meinen Blog. Ich wollte den Resupply für die nun folgende, etwa neun Tage lange Sektion – die letzte lange Sektion des Te Araroa – erst nachmittags erledigen.

Als Anna dann zurückkam, machten wir uns erstmal gemütlich Frühstück. Wir hatten uns am Vorabend dafür noch im Supermarkt 400 Gramm Speck, eine Zehnerpackung Eier, einen Laib Toast, zwei Tomaten und einen Liter Orangensaft besorgt. Im Free-Food-Bereich des Hostels fanden wir dann noch Instantkaffee, der unser Frühstück so richtig komplett machte.

Anschließend kümmerte ich mich weiter um meinen Blog und wir planten grob die Tour nach der Tour: den ein paar Tage währenden Hike auf Stewart Island. Ich würde diesen Hike weiterhin gerne anschließen, vorausgesetzt meine Knie halten durch und wir gelangen entsprechend frühzeitig in Bluff an. Mein Rückflug nach Deutschland geht immerhin bereits am 20. April. Zudem würde ich am Ende des Te Araroa vor Stewart Island gerne erstmal ein paar Tage abschalten, um diese Wahnsinnsreise auch zumindest im Ansatz verarbeiten zu können.

Irgendwann so gegen 13:30 Uhr brach ich dann zum Resupply in den Supermarkt auf. Essen für neun Tage. Mein Backpack würde also wieder einiges an Gewicht zulegen. Ich plante mit dem üblichen: Couscous, Mashed Potatoes, Käse-Maccharoni, Thunfisch, Unmengen an Wraps, Nutella, Salami, Käse, Instantsuppen, einige Tüten Haribo, Schokolade, Kekse und jede Menge Snickers.

Nach dem Einkauf schrieb ich Anna, dass ich startklar wäre. Sie kam dann zum Supermarkt und gegen 15 Uhr machten wir uns auf in Richtung Ortsausgang von Te Anau. Natürlich abermals mit Hasenohren 😉

Wir erwischten so ziemlich den besten Hitchhike-Spot, den man sich denken kann: eine Tankstelle am Ortsende. Der Daumen war noch nicht mal richtig zum trampen erhoben, da hielten neben uns zwei Kiwis aus Hamilton, die beide gerade noch getankt hatten und uns nun instant mitnahmen. Die beiden waren tatsächlich von Hamilton aus als Osterausflug in den letzten zwei Tagen über 1.000 Kilometer bis hinunter nach Bluff gefahren und nun waren sie auf dem Rückweg. Irre. Ziemlicher Roadtrip in so kurzer Zeit.

Eine dreiviertel Stunde später befanden wir uns am Trail an der Stelle, von der aus wir gestern nach Te Anau getrampt waren. Auf einer Farmstraße liefen wir von hier entlang von grasenden Kühen und hunderten von Schafen in einer Stunde die sechs Kilometer bis zum Beginn des Takitimu Track ab. Am Beginn des Waldes und am Fuße einiger höherer Berge quartierten wir uns hier in der Lower Princhester Hut ein, einer der älteren, aber gemütlichen Hütten mit offener Feuerstelle.

Wir entzündeten direkt ein Feuer im Kamin. Wenig später – wir hatten zwischenzeitlich noch etwas Holz gesammelt und geschlagen sowie uns mit zwei wegen unserer Hasenohren etwas verdutzten Jäger unterhalten – wurde es auch schon fast direkt dunkel. Die Tage werden nun nach der Zeitumstellung gefühlt noch kürzer. Um 18:30 Uhr bricht bereits die Dunkelheit herein.

Am Abend kamen die beiden Jäger, Hamish und Adam, übrigens nochmal in der Hütte vorbei. Sie mussten ihre Jagd frühzeitig aufgeben und wollten von hier aus wieder nach Invercargill zurückfahren. Ehe sie aufbrachen, luden sie uns noch auf ein Bier ein 😉

Etwas zu denken gibt uns übrigens gerade die Zeitangabe für den Takitimu Track für die nächsten Tage. Bis zur nächsten DOC-Hütte, der nur 17 Kilometer entfernten Aparima Hut, sollen wir acht Stunden benötigen. Und weitere acht Stunden zur dann weitere 13 Kilometer entfernten Lower Wairaki Hut. An sich wollten wir diese letzte für morgen anpeilen. Na mal sehen, wie weit wir tatsächlich kommen. Meist sind wir ja deutlich schneller als die angegebenen Zeiten und vielleicht ist das morgen auch so.

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